Verklebte Faszien

Du leidest unter starken Bewegungsschmerzen? Woran das liegt, konnte Dir bisher niemand sagen? Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass verklebte Faszien Deine Schmerzen verursachen. Die gute Nachricht: Du kannst mit wenig Zeitaufwand selbst etwas dagegen tun – und wir zeigen Dir wie.

Auf dieser Seite erfährst Du:

  • Was Faszien sind und warum sie verkleben
  • Welche Schmerzen verklebte Faszien auslösen
  • Wie Du die Verklebungen schnell und einfach lösen kannst

Faszien: Was ist das und warum verkleben sie?

Faszien (auch „Bindegewebe” genannt) kannst Du Dir in etwa wie die weiße Haut von Zitrusfrüchten oder auch Fleisch vorstellen. Sie sind ein echtes Wunder der Natur: Wie ein gigantisches Netzwerk durchziehen Faszien Deinen gesamten Körper und umhüllen dabei Muskelgewebe und Organe. Sie erfüllen vor allem zwei Aufgaben:

  • Faszien bieten Schutz: Als Schutzhülle bewahren Faszien Deine Organe und Muskeln vor Schäden.
  • Faszien machen flexibel: Faszien sorgen dafür, dass Dein Körper beweglich und gleichzeitig stabil bleibt. Ohne sie würdest Du regelrecht zusammensacken!

Meist sind vor allem drei Faktoren dafür verantwortlich, dass Deine Faszien verkleben:

  • Bewegung,
  • Ernährung und
  • Psyche.

Mit einer einfachen Soforthilfe hast Du aber gute Chancen, die Verklebungen selbstständig zu lösen und so auch Deine Schmerzen zu lindern.

Welche Rolle spielt die Bewegung?

Durch die Strukturproteine Kollagen und Elastin sind Faszien besonders reißfest und dehnbar – vorausgesetzt, Du sorgst dafür, dass das auch so bleibt. Denn Deine Bewegung hält auch Dein Bindegewebe flexibel. Grund dafür sind die sogenannten Fibroblasten, die Du Dir wie kleine Spinnentierchen vorstellen kannst:

  • Fibroblasten sind Bindegewebszellen, die das Fasziennetz kontinuierlich umbauen.
  • Den Bauplan dafür liefern Deine Bewegungsmuster: Wenn Du Dich bewegst, strömt Flüssigkeit (Zwischenzellflüssigkeit) durch den Raum zwischen Zelle und Faszie.
  • Die strömende Zwischenzellflüssigkeit animiert die Fibroblasten dazu, das Fasziennetz so umzuweben, wie es Deine Bewegung vorgibt.
  • Das heißt: Dein Fasziengewebe passt sich Deinen tagtäglichen Bewegungen an!

Daraus folgt: Sind Deine tagtäglichen Bewegungen sehr einseitig, verlieren die Faszien an den unausgelasteten Stellen ihre Leistungsfähigkeit. Hier strömt keine Zwischenzellflüssigkeit mehr und auch der Lymphfluss (Dein natürliches „Abfallsystem“) wird beeinträchtigt. Die Faszien werden dadurch unnachgiebig, binden schwerer Wasser und verkleben regelrecht.

„Verkleben” klingt sehr mechanisch, trifft es aber ziemlich gut: Gemeint ist nämlich die krankhaft verstärke Bildung von Bindegewebe, die man Fibrosierung nennt. Das entstehende Fibrin wirkt wie ein unlöslicher Klebstoff, der dafür sorgt, dass die Faszien tatsächlich verkleben. Sie verlieren dann ihre hochflexible Scherengitterstruktur, werden zäh und reißanfällig.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Eine ungesunde Ernährung begünstigt, dass Deine Faszien verkleben. Besonders tückisch sind säurebildende Lebensmittel, zu denen alle tierischen Nahrungsmittel zählen (Fleisch, Milch, Eier). Wenn der Körper sie verstoffwechselt, entsteht Säure.

Zu viel Säure können Deine Organe nicht mehr ausscheiden — es kommt zur Übersäuerung. Bei der Übersäuerung lagert sich die überschüssige Säure in Form von Schlacken im Bindegewebe ab.

Fehlt zusätzlich die Bewegung, kommt der Nährstoffaustausch Deiner Zellen zum Erliegen und das Fasziengewebe verklebt. Tierische Nahrungsmittel erhöhen außerdem den Muskeltonus und verstärken zusätzlich zu den Verklebungen Deine muskulären Verspannungen und Beschwerden.

So isst Du Deine Faszien gesund

Während ungesunde Ernährung Deinen Faszien schadet, trägt eine ausgewogene Ernährung zu ihrer Gesundheit bei. Denn Deine Faszien benötigen vor allem Mineral- und Nährstoffe, um flexibel und reißfest zu bleiben. Darunter:

  • Vitamin C zur Kollagen-Bildung,
  • Vitamin D, um der Alterung des Gewebes entgegenzuwirken,
  • B-Vitamine für die Faszienreparatur sowie
  • Silizium zur Festigung des Fasziengewebes.

Diesen Bedarf deckst Du am besten mit einer vollwertigen pflanzlichen Ernährung. In biologisch angebautem Obst und Gemüse steckt neben vielen sekundären Pflanzenstoffen (natürliche Farbstoffe und Aromen) eine ganze Bandbreite an wichtigen Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente). Beispielsweise kommt Silizium in Petersilie, Spinat und Süßkartoffeln vor.

Welche Rolle spielt die Psyche?

Stress und innere Unruhe, aber auch belastende Umweltfaktoren wie Handystrahlungen steigern Deinen Muskeltonus, die muskuläre Grundspannung in deinem Körper — auch wenn Du das erstmal nicht bemerkst. Das verstärkt die anderen Faktoren, die letztlich zur Verklebung Deiner Faszien führen.

Welche Schmerzen entstehen durch verklebte Faszien?

Da das Fasziengewebe Deinen gesamten Körper durchzieht, können verklebte Faszien die Ursache für alle Arten von Bewegungsschmerzen sein:

  • Schmerzen am Kopf und im Gesicht (Kieferschmerzen, Kopfschmerzen, Migräne),
  • Schmerzen am Oberkörper & Rumpf (Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Schulterschmerzen, Brustschmerzen),
  • Schmerzen an den Extremitäten (Arm-, Finger- & Handschmerzen, Bein- & Fußschmerzen.)

Durch die Verklebungen sind Deine Faszien nicht mehr flexibel und elastisch – sie verhärten. Das Problem: Sind die Faszien an einer Stelle nicht mehr flexibel und verhärtet, muss der Körper das an anderer Stelle ausgleichen. Dabei entstehen Überspannungen, die gefährlichen Druck auf Deine Gelenke und Bandscheiben ausüben. Und davor warnt Dich der Körper mit Schmerzen.

Wie fühlen sich verklebte Faszien an?

Wenn Du unter Bewegungsschmerzen leidest und sich Deine Muskeln und das Gewebe sehr verspannt anfühlen, ist das ein deutliches Zeichen für verklebte Faszien. Du sitzt zum Beispiel viel und hast Rückenschmerzen? Dann probiere mal Folgendes: Stelle Dich aufrecht hin, strecke die Arme weit hinter Deinen Rücken und dehne den Brustkorb auf. Spürst Du den Spannungsschmerz? Er entsteht durch die verklebten Faszien, die der Dehnung entgegenwirken.

So einfach kannst Du verklebte Faszien selbst behandeln

Regelmäßiges Faszientraining hält Dein Fasziensystem und die Muskulatur flexibel, gesund und beugt Beschwerden vor. Achte daher vor allem auf die drei Faktoren, die verklebte Faszien begünstigen:

  • Bewegung: Bewegungsmangel verklebt die Faszien. Ausgleichende Bewegungen gegen die einseitigen Bewegungsabläufe Deines Alltags sind deshalb wichtig. Dehnen ist ein entscheidender Bestandteil des Faszientrainings: So bringst Du unnachgiebige Muskeln und Faszien wieder auf ihre natürliche Länge.
  • Ernährung: Verzichte nach Möglichkeit auf tierische Produkte, um einer Übersäuerung vorzubeugen. Vollwertige, pflanzliche Nahrung ist der beste Nährstofflieferant für Dein Fasziensystem.
  • Psyche: Achte auf ein ausgeglichenes Gemüt, reduziere nach Möglichkeit den Stress und gönne Dir Pausen zum Abschalten. 

Um Verklebungen deiner Faszien zu lösen, musst Du vor allem eines tun: den Nährstoffaustausch in Deinem Bindegewebe wieder ankurbeln! 

Die schnellste und effektivste Methode dafür ist eine Faszien-Rollmassage:

  • Mit speziellen Faszienrollen rollst Du das Fasziengewebe und die Muskeln druckvoll aus. 
  • Die langsamen Rollbewegungen bringen die Zwischenzellflüssigkeit zum Strömen.
  • Abfallstoffe werden abgetragen, frische Nährstoffe fließen nach.
  • Die Fibroblasten bauen das überschüssige Kollagen und damit die Verklebungen ab.

Löst Du die Verklebungen, linderst Du in der Regel auch die Beschwerden und Schmerzen, die dadurch verursacht wurden!

Mit einer Faszien-Rollmassage übst Du konstanten Druck auf das Gewebe aus und löst so die Ablagerungen und Schlacken, die sich durch Bewegungsmangel oder Übersäuerung angereichert haben. Das macht den Weg frei für frische Nährstoffe, aktiviert den Lymphfluss und stellt die gitterartige Struktur des Fasziensystems wieder her.

Doch nicht nur das: Die Faszien-Rollmassage lindert auch Verspannungen in der Muskulatur des gesamten Körpers — vom Kopf über den Oberkörper bis zu den Beinen und Füßen! Damit all diese Effekte eintreten, brauchst Du allerdings das richtige Hilfsmittel für Deinen Schmerzzustand.

Die Wahl der Faszienrolle: Deshalb ist sie so wichtig

Grundsätzlich könntest Du eine Faszien-Rollmassage auch mit einer Nudelrolle oder einem Tennisball durchführen. Wirklich effektiv ist das aber nicht, da diese Gegenstände in der Regel zu hart sind und noch mehr Schmerzen verursachen. Andererseits darf das verwendete Hilfsmittel auch nicht zu weich sein, da es sonst nicht tief ins Fasziengewebe vordringt. Mit speziellen Faszienrollen erzielst Du deshalb die beste Wirkung.

Der Markt ist überflutet mit Faszienrollen in den verrücktesten Formen und Farben. Dabei braucht es nicht viel Schnickschnack, sondern die richtigen Eigenschaften, um die Verklebungen deiner Faszien zu lösen. 

Wadenkrämpfe, Knieschmerzen, Fersensporn – unterschiedliche Beschwerden mit oft ein und derselben Ursache: verkürzte Wadenmuskeln. Auch Dich plagen die genannten Schmerzen? Dann bist Du hier genau richtig: Wir zeigen Dir einfache Dehnübungen für die Wade, mit denen Deine Schmerzen schon bald Geschichte sein können.

Mehr lesen

Du leidest unter Rückenschmerzen oder spürst, dass Deine Rückengesundheit im Alltag viel zu kurz kommt? Dann haben wir genau das Richtige für Dich: Hier lernst Du ein paar einfache Dehnübungen kennen, mit denen Du in nur 10 Minuten am Tag Deine Schmerzen loswerden und sogar Hohlkreuz und Rundrücken zurückbilden kannst.

Mehr lesen

Du hast Schmerzen im Oberschenkel? Dann kann Dir eine Faszien-Rollmassage gut helfen. Und auch wenn Du aktuell schmerzfrei bist, wirkt die Selbstmassage vorbeugend und wohltuend.

Mehr lesen