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Letzte Aktualisierung: August 23, 2021

Autor: Patrick Wentzel

 

 

Gesäßschmerzen Patrick Wentzel Gesäßschmerzen Patrick Wentzel

Gesäßschmerzen

Du findest keine ruhige Position mehr und spürst beim Aufstehen einen lodernden Schmerz, der Dich beinahe wieder zurück in den Stuhl zieht? Gesäßschmerzen können äußerst unangenehm sein und den Alltag enorm belasten. Bei vielen Betroffenen sind sie bedauerlicherweise immer noch schambehaftet und werden dementsprechend stillschweigend ertragen, anstatt etwas selbst dagegen zu tun.

Wir glauben, dass Du das ändern solltest. Du selbst kannst nämlich eine ganze Menge gegen Deine Gesäßschmerzen tun — wenn du weißt, worauf es ankommt.

Symptome und Ursache:

Gesäßschmerzen können ganz unterschiedliche Symptome verursachen. Häufig beginnen sie bereits am Oberkörper – genauer gesagt am tiefen Rücken – und strahlen in benachbarte Bereiche wie Po, Hüfte, Oberschenkel und manchmal bis in die Knie aus. Wir wissen aus langjähriger Erfahrung, dass sie oftmals auf überspannte und unnachgiebige Muskeln und Faszien zurückzuführen sind, die aufgrund sitzender und einseitig belastender Tätigkeiten entstehen. Unsere moderne Lebens- und Arbeitsweisen laufen häufig sehr routiniert ab und führen dazu, dass wir immer wieder dieselben Gelenkwinkel (Achsen, um die Bewegungen möglich sind) einnehmen. Nur etwa zehn Prozent unseres gesamten natürlichen Bewegungspotenzials schöpfen wir im Durchschnitt aus, das sollte sich ändern!

Vielleicht stellst Du ebenfalls fest, dass Du Dich im Alltag sehr einseitig bewegst und viel Zeit im Sitzen verbringst — beispielsweise während der Fahrt zur Arbeit, im Büro oder vor dem Fernseher. Diese Bewegungsprogramme werden in Deinem Gehirn gespeichert, sodass Du sie immer wieder problemlos abrufen kannst, ohne dass Du viel darüber nachdenkst. Das ist auch der Grund, warum die meisten von uns in der sogenannten Embryonalhaltung schlafen, sprich auf der Seite mit angewinkelten Beinen. Ganz ähnlich wie beim Sitzen entsteht dabei ein 90-Grad-Winkel.

Bis bei Gesäßschmerzen eine eindeutige Diagnose gestellt werden kann, ist oft viel Zeit verstrichen. Das liegt u.a. daran, dass die Beschwerden häufig erst nach einer Weile in benachbarte Körperregionen ausstrahlen. Eine solche Entwicklung kann jedoch äußerst aufschlussreich sein, um die genaue Ursache der Beschwerden ermitteln zu können.

Zur Übersicht können die Ursachen für Gesäßschmerzen unterteilt werden in:

  • Schmerzen aufgrund verkürzter Muskeln und Faszien
  • Erkrankungen aufgrund veränderter Wirbel und knöcherner Strukturen
  • rheumatische Erkrankungen wie Morbus Bechterew
  • und Erkrankungen unter der Haut wie Steißbeinfisteln/Abszesse

Gesäßschmerzen natürlich lindern

Vielleicht denkst Du Dir an dieser Stelle: “Aber wie soll ich es in meinem Alltag vermeiden, zu sitzen?” Die Antwort wird Dir gefallen: Das ist gar nicht nötig, denn es geht nicht darum, bestimmte Bewegungsmuster zu unterlassen, sondern sie ganz gezielt auszugleichen. So kannst Du Deine muskulär-faszialen Überspannungen abbauen und deine Schmerzen selbst lindern.

In der klassischen Medizin wird oft anders vorgegangen. Hier gilt es, einen eindeutigen Befund zu stellen, um sich auf eine geeignete Therapie festlegen zu können (zum Beispiel Krankengymnastik/Rückenschule). Im Rahmen der Untersuchung werden deshalb verschiedene technische Methoden eingesetzt: von Computertomografie und Ultraschall über Magnetresonanztomografie bis zu Röntgenuntersuchungen. Viele Betroffene bekommen Medikamente verschrieben.

Noch wichtiger als eine präzise diagnostische Einordung ist in den meisten Fällen, dass Du Deine einseitigen Bewegungsmuster im Alltag gezielt ausgleichst, um damit selbstbestimmt zu einer Besserung Deiner Lebensqualität beizutragen. Gesäßschmerzen kann man selber sehr gut lindern bis hin zur Beseitigung der Schmerzen.

Lass' dich beraten!

Kläre mit Deinem Arzt ab, welche Art von Schmerz in Deinem Fall gegeben ist:
Sind Deine Schmerzen immer von gleicher Intensität? Dann könnte ein organischer Schaden für den Schmerz verantwortlich sein. Oder wechselt die Intensität von stark zu schwach, je nach Situation? Dann könnte es sich um "Alarmschmerzen" handeln, also um funktionelle Schmerzen: Dein Bewegungsapparat funktioniert, verursacht aber trotzdem Beschwerden.

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